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G. Ricordi & Co. München
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Uraufführung am 8.6.2011, Amsterdam (Bimhuis) Folgeaufführung (dt. EA): 25.6.2011, Köln (Funkhaus am Wallrafplatz, Klaus-von-Bismarck-Saal)
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Ihr neues Stück für Oboe, (Bass-)Klarinette, Trompete, Violoncello und Live- Elektronik wird am 15. Juni in Dijon von Studenten des PESM uraufgeführt, die Klangregie übernimmt Vincent Raphaël Carinola vom elektronischen Studio GRAME in Lyon, wo die live-elektronische Ebene des Werks realisiert wurde. Mit dem GRAME verbindet Annette Schlünz bereits eine langjährige Zusammenarbeit: So wurde gemeinsam mit Christophe Lebreton bereits die Live-Elektronik zu "blaulaub" (2007/2008) für Blockflöte, Koto und Orchester in Lyon entwickelt. Das neue Werk "Copeaux, éclisses" (dt. "Späne, Splitter") ist – wie so oft im Schaffen von Schlünz – von einem zeitgenössischen Werk der Dichtkunst inspiriert worden, nämlich der 1986 erschienenen Sammlung von Kurzprosa "Emondes" von Jean-Michel Maulpoix, der auch der Titel entstammt.
Zur Machart von "Copeaux, éclisses" schreibt Schlünz: „Es setzt zum Teil Prozesse wieder ein, die ich für ‚blaulaub’ studierte, wie bestimmte Raumbewegungen, Lautsprecherverstimmungen und Freeze-Effekte, aber auch für mich neue Dinge wie Granularprozesse, die ich ebenso in bestimmte Bewegungsprozesse einbeziehe. So spiele ich mit live generierten Klängen, aber auch mit vorgenerierten Samples, um gewisse Risiken (gerade für die mit Live-Elektronik noch unerfahrenen Studenten) zu minimieren. Spannend bleibt es trotzdem, weil die von mir zweifach quer durch den Raum gelegten Klangachsen erst wirklich im Raum mit der Acht-Kanal-Installation der Lautsprecher erfahrbar werden können.”
Von 15. bis 18. Juni 2011 findet an der Stuttgarter Musikhochschule der internationale Kongress "Mikrotonalität. Praxis & Utopie" statt. Klaus Huber ist dort als Ehrengast eingeladen, über sein Schaffen der letzten ca. 20 Jahre Zeugnis zu geben. Denn in diesen Zeitraum wandte er sich in verschiedensten kompositorischen Annäherungsweisen der Mikrotonalität zu. Im Zuge der Suche nach einer neuen Tonalität studierte er unter anderem das arabische Tonsystem, das auf Dreivierteltönen basiert. Auf dem Kongress in Stuttgart präsentieren das Ensemble Al Kindi und Professoren der Musikhochschule am 15. und 16. Juni Hubers bahnbrechendes Stück "Die Erde dreht sich auf den Hörnern eines Stieres" (1992/93). Dabei bildet eine vorproduzierte CD sowie notierte Passagen für Viola und Gitarre den Rahmen für Improvisationen der arabischen Musiker.
Beim Abschlusskonzert am 18. Juni ist Prof. Gunter Teuffel der Solist in Hubers "Plainte – Die umgepflügte Zeit I", in der Version für dritteltönig gestimmte Viola d'amore und dreizehn Instrumente. Die Studierenden der Hochschule für Musik werden geleitet von Christof M. Löser.
Weitere Informationen unter: www.mh-stuttgart.de
Knut Müller – 1963 in Reichenbach geboren und heute in Leipzig ansässig – schreibt über sein im vergangenen Jahr uraufgeführtes Streichquartett: „"Ragnarök" (altnordisch ,Schicksal der Götter') ist in der Nordischen Mythologie die Sage vom Kampf der Götter und Riesen, in dessen Folge die ganze Welt untergeht. Die Übersetzung des Wortes ins Deutsche als ,Götterdämmerung' verdankt sich dabei einer Fehlinterpretation. Meine Beschäftigung mit dem Thema geht auf das Jahr 2008 zurück. In einem umfangreichen Projekt mit mehreren Konzerten und Ausstellungen entstanden Bilder und Kompositionen im Hinblick auf das Richard Wagner-Jubiläum 2013. Da ich nicht seine Musik zum Ausgangspunkt meiner Arbeit machen wollte, wurde meine Beschäftigung mit dem Werk Wagners vor allem zu einer Auseinandersetzung mit der nordischen Mythologie.”
Nun erlebt "Ragnarök" gleich drei weitere Aufführungen durch das Ensemble 01:
14.6.2011, Dresden, Festspielhaus Hellerau, Nancy Spero Saal
18.6.2011, Leipzig, Tapetenwerk, Galerie Hoch und Partner
19.6.2011, Chemnitz, Weltecho
Fast gleichzeitig, am 17. und 19. Juni, findet in Weimar eine weitere Uraufführung von Knut Müller statt. Im Rahmen der Tagung der Anthroposophischen Gesellschaft wird Müllers "Ginnungagap" (2011) für drei Violoncelli präsentiert. "Ginnungagap" ist ebenfalls ein Begriff der Nordischen Mythologie und bedeutet soviel wie "gähnende Kluft". Die Völuspá (altnordisch "Weissagung der Seherin") aus dem Codex Regius beschreibt Ginnungagap als eine tiefe Schlucht des Nichts und der Windstille. Der Komponist schreibt über sein Stück: „"Ginnungagap" ist zu einem großen Teil für ein Solo-Cello komponiert. Erst im letzten Drittel gesellen sich die anderen Celli dazu.” Die Instrumentalisten der Uraufführung sind Peter Sarkar (Solo), Susanne Trinks und Martin Hess.