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G. Ricordi & Co. München
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*geb. in Kassel
Ulrike Haage studiert in Hamburg Musik und Musiktherapie und ist dort von 1985 bis 1989 als Dozentin für Orchesterleitung und Improvisation an der Musikhochschule tätig.
Sie komponiert und tritt als Pianistin in Deutschlands erster Frauenbigband Reichlich Weiblich auf.
Bei der Arbeit an Peter Zadeks Andi lernt sie FM Einheit kennen und gründet mit ihm die Gruppe Vladimir Estragon, später in Goto umbenannt. Die weitgefächerte Palette ihrer Soundquellen wird um elektronische Klänge erweitert.
Seit 1989 bildet sie mit Katharina Franck das Herzstück der Rainbirds. Sie will kein Popstar sein, kann es aber nicht verhindern. Intensität und Professionalität zeichnen sie auf der Bühne aus. Zwischen Tourneen und Plattenaufnahmen für die Rainbirds und die Theatermusikgruppe Stein schreibt sie Musik für diverse Theaterproduktionen, arbeitet mit renommierten Regisseuren an Schauspielhäusern in Zürich, Hamburg, Düsseldorf und Berlin.
Im Trio Ammer/Haage/Einheit komponiert sie drei preisgekrönte, öffentlich aufgeführte Hörspielopern. Ab 1999 beginnt eine intensive Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Meret Becker. Ulrike Haage wird musikalische Leiterin des Konzertprogramms Nachtmahr und zeichnet auch für das darauffolgende Programm Fragiles mit verantwortlich.
Das Jahr 2000 bringt eine Kooperation mit dem Choreografen Felix Ruckert in dessen spektakulärem Interaktionstheater Ring und die Entwicklung des eigenen Tanz-Projektes Kalâm. Mit Ring tourt sie durch West- und Ost-Europa sowie durch Teile Südamerikas.
Seit 1999 konzentriert sich ihre Arbeit mehr und mehr auf die Entwicklung eines eigenen Stils, Poesie und Musik zu einer Sprache zu vereinen. In ihrem Werk Reise, Toter – gemeinsam mit dem Dichter Durs Grünbein – gelingt es, mit den Sprechern Hanns Zischler, Meret Becker, Judith Engel und Frank Glaubrecht, dem Sänger David Greiner und dem Vibrafonisten Hideki Ikegami, eine konzentrierte Dichte von Wort und Ton zu keieren. Es kommt zu öffentlichen Konzerten mit Reise, Toter in München, beim Poesie-Festival in Leukerbad (Schweiz), dem 10. Göttinger Literaturherbst und dem Kunstfest Weimar 2002, der Neuen Bühne Villach/Österreich und dem Lesart Festival/Dortmund 2003.
Seit dem Wintersemester 2001 hat sie an der Bauhaus-Universität Weimar einen Lehrauftrag zum Thema Regie im Hörspiel / Experimentelles Radio.
Mit dem 2001 uraufgeführten Werk Bombsong (einer Auftragsarbeit für das Kulturprojekt "Frankfurter Positionen" in Zusammenarbeit mit der Autorin und studierten Philosophin Thea Dorn) tastet sich Ulrike Haage weiter voran im Grenzgebiet zwischen Elektronik und provokantem, akustischem Hörspiel.
Ebenfalls 2001 erschienen die Last Words, die klanglich-poetische Umsetzung eines Selbstportraits von William S. Burroughs, ausgezeichnet u. a. als Hörspiel des Monats.
Das Jahr 2003 bringt ihr völlig überraschend den Albert-Mangelsdorff-Preis/den Deutschen Jazzpreis der Union Deutscher Jazzmusiker. Eine Ehrung, die vor ihr nur Musikern wie Alexander von Schlippenbach, Heinz Sauer oder Wolfgang Schlüter widerfuhr.
2004 hat Ulrike Haage endlich ihre schon seit langem geplante erste Solo-Instrumental-CD Sélavy fertiggestellt. Es handelt sich um Kompositionen im Rahmen ihrer Vorliebe für die Interaktion von akustischen Instrumenten mit elektronischen Soundwelten. Dabei pendelt sie stets höchst sensibel zwischen intelligenter Elektronik und warmem Pianospiel. Der Flügel als unerschöpflicher Quell verfremdeter und natürlicher Klänge, die Elektronik als grenzenloses Ergänzungs-Universum menschlicher Ausdruckskraft. Sie begreift ihre künstlerische Kontinuität als permanenten Wechsel: Wechsel der Stile, der Genres, der Welten.
"Wie beschreibe ich meine Klangwelt? Am besten durch die Töne selbst – allesamt Montageinstrumente einer sich stets erneuernden und in der eigenen Biografie wurzelnden Identität. Meine Wurzeln sind der Flügel, seine klaren und präparierten Klänge und die Welten der Elektronik. Musik besitzt die immaterielle Eigenschaft, Erinnerungen über lange Zeit aufzubewahren und umgekehrt, diese wachzurufen. Sie ist ein Gedächtnis in ständiger Bewegung. Mich faszinieren die Töne, die konkreten Dingen auf der Spur sind, die nicht linearen Regeln folgen, Dinge, die eigene Verbindungen und Assoziationen und damit einen neuen Klangraum schaffen."
(U. Haage, Auszug aus einem Vortrag auf der Woche des Hörspiels, Akademie der Künste, Berlin, 2001)
Und Meret Becker drückte es einmal so aus:
"Ulrike Haage ist eine der kunstvollsten und ideenreichsten Musikerinnen Deutschlands, die der Musik einen schwebenden Charme verleiht."