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G. Ricordi & Co. München
Neue Adresse ab 16.8.2013:Stralauer Allee 110245 Berlin
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*12.7.1956 München
Klaus K. Hübler begann seine kompositorische Karriere schon früh. Er studierte Komposition bei Peter Kiesewetter und Brian Ferneyhough sowie Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 1975 entstanden etwa 24 Werke, vorrangig Kammermusik.
1977 erhielt Hübler den Förderpreis der Landeshauptstadt Stuttgart für sein 1. Streichquartett. In den folgenden Jahren wurde sein komplexes und konsequentes Schaffen mit weiteren Preisen, Ehrungen und Stipendien ausgezeichnet. Es folgten Einladungen zur Teilnahme an internationalen Kompositionsforen: Stiftung Künstlerhaus Boswil (1982-84); Ferienkurse Neue Musik Darmstadt (1984-88); Pittsburgh International Music Festival (1986). Stipendien erhielt Hübler von der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF (1982), dem Centre européen pour la recherche musicale (1983), der Landeshauptstadt München und des Landes Niedersachsen für einen Arbeitsaufenthalt auf dem „Künstlerhof Schreyahn” (1988).
Hüblers Werke wurden auf Festivals in Deutschland, Italien, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich aufgeführt und von verschiedenen Rundfunkanstalten produziert. Hübler publizierte neben seiner kompositorischen Arbeit in den Jahren 1975 bis zum plötzlichen Ausbruch einer lebensbedrohenden Erkrankung 1989, die sein kreatives Schaffen für fast 6 Jahre unterbrach, zahlreiche kritische Schriften.
1995 wagte Hübler einen Neuanfang, wieder auf der Suche nach dem unverwechselbaren Stil, der ein eigener und doch ein anderer werden sollte.
Es entstanden zahlreiche neue Werke. Darunter Maske, Mutmassungen für Akkordeon (1995-96), Paravant für Ensemble (2. Version 1997-98), Vanitas für Orchester (uraufgeführt beim Stuttgarter Eclat Festival 2004), Palimpsest /Konjektionen für Bassflöte oder B.B.H. für Klavier linke Hand, Sprecher und Jandl, (uraufgeführt bei Musik der Jahrhunderte, Stuttgart 2006).
Klaus K. Hübler lebt und arbeitet in München.
Hübler, Klaus K.
Notturno (1980)
für zehn Instrumentalisten
Fl. Ob. Kl. Tr. Pk. 2 Vl. Vla. Vc. Kb.
Uraufführung: 1980, Feldkirch / Dauer: 13‘
MMV 5237 Partitur / Sti. / *Stud.-P.
Riflessi (1979)
für Altflöte in G, Streichtrio und Harfe
Uraufführung: 1980, Hitzacker / Dauer: 7‘
MMV 5229 *Partitur / Sti.
Streichquartett Nr. 1 (1977)
Hommage à Alban Berg
Uraufführung: 1978, Darmstadt / Dauer: 21‘
MMV 5230 Partitur / Sti. / *Stud.-P.
Streichquartett Nr. 2 (1979/80) | Werkbeschreibung
Uraufführung: 1981, Köln / Dauer: 10‘
MMV 5236 Partitur / Sti. / *Stud.-P.
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen (1979)
Elegeia per violoncello ed orchestra da camera
Solo: Vc.
2 Bassh. 2 Vl. Vla. Vc. Kb.
Dauer: 13‘
MMV 5228 Partitur / Sti. / *Stud.-P.
Zwei Skizzen (1980)
für Gitarre solo
Uraufführung: 1981, München / Dauer: 11‘
MMV 5240 *Partitur
Hübler, Klaus-K.
4. Streichquartett (mo)zART (2005)
2 Vl. Vla. Vc.
Dauer: 10’
TME 0798
*Partitur / *Sti.
„440 Hz” (2007)
für Tenorsaxophon und Gitarre
Tsax. Git.
Uraufführung: Zürich, 2008 / Dauer: 12’
TME 0868
*Spiel-P.
Abraxas (2007)
für Tenorsaxophon, Kontrabass und Ensemble
Tsax. Kb.
Subbfl. Bkl. Kfg. Sousaphon. 4 Vla.
Dauer: 10’
TME 1202
Partitur / Sti.
„Air en echo” oder „Les deux profils” (2005)
für französische Laute
frz. Laute
Dauer: 5’
TME 0781
*Spiel-P.
Azoth (2008)
für Piccoloflöte und Ensemble
Picc.
Kornett. Flhr. Fg. Cem.
Uraufführung: München, 7.4.2011 / Dauer: 16’
TME 1201
*Partitur / Sti.
B. B. H. (2005)
für Klavier linke Hand, Sprecher und Jandl
Text: Ernst Jandl
Spr. Klav.
Uraufführung: Stuttgart, 2006 / Dauer: 17’
TME 0777
*Partitur
Buechlyn (2007)
für Blockflöte solo
Blfl.
Dauer: 3’
TME 1137
*Spiel-P.
Capriccio sopra B-A-C-H (1975)
für Klavier vierhändig
Klav. 4-hd.
Uraufführung: Heilbronn, 2003 / Dauer: 3’
TME 0685
*Spiel-P.
Desunt (1999)
Stücke für Maria II
„Pantagruelisch” für Altstimme, Violoncello und Klavier
Johann Fischart
A. Vc. Klav.
Uraufführung: Freiburg, 2001 / Dauer: 10’
TME 0610
*Spiel-P.
Drei Volksliedbearbeitungen (1981)
für Mezzosopran, Klarinette und Zither
Ms. Kl. Zither.
Dauer: 10’
TME 0745
*Partitur
Études de transition (2008)
für Klavier
Klav.
Dauer: 8’
TME 1204
Partitur
Etwas, was sich wiederholt: Wellen (2004)
Versuch für Kinder
für Chor und Kammerorchester
Vokalise
Chor / 4. 0. 2. 0. / 0. 2. 0. 0. / Git. Klav. 2 Schlzg. / 2. 0. 0. 2. 0.
Uraufführung: Wien, 2004 / Dauer: 5’
TME 0725
*Partitur / Sti.
Herr H. (2004)
Makrokosmos für achstimmigen Chor mit Bumbass
Text: Ernst Jandl
Chor S. S. A: A: T. T. B. B. / Bumbass.
Uraufführung: Heidelberg, 2006 / Dauer: 5’
TME 0748
*Partitur
Hörsermon (1998-99)
Stücke für Maria IV
Klitterung für Sprecher, Violoncello und Klavier
Johann Fischart
Spr. Vc. Klav.
Uraufführung: Freiburg, 2001 / Dauer: 9’
TME 0611
*Spiel-P.
I Leave My Love Alone (2009)
für Flöte, Violoncello und Akkordeon
Fl. Vc. Akk.
Uraufführung: Wien, 2010 / Dauer: 8’
TME 1203
*Spiel-P.
Kunst (1998)
für Flöte, Harfe und Bratsche
Fl. Hf. Vla.
Uraufführung: Wien, 2000 / Dauer: 4’
TME 0608
*Spiel-P.
L’Empire de des lumières (2006)
für Paravent. Pipa und zwei Klarinetten
Pipa. 2 Kl.
Uraufführung: Wien, 2006 / Dauer: 7’
TME 0867
*Partitur
Languissante (2006)
Double Stops für Viola d’amore, Ensemble und Streicher
Vla. d’am
Picc. Helikon. Röhrengl. Hf. Git. Akk. Klav. / 7 Vla. 5 V.
Dauer: 16’
TME 0869
Partitur / Sti.
Maske (1995-96)
Mutmassung für Akkordeon
Akk.
Uraufführung: Graz, 2000 / Dauer: 9’
TME 0606
*Spiel-P.
Moments priviligiés (1998)
für sechs Hörner
6 Hr.
Uraufführung: Schreyahn, 2001 / Dauer: 3’
TME 0609
*Partitur / *Sti.
Nigrae Tantum (1996)
für Baritonsaxophon und Kontrabass
Barsax. Kb.
Uraufführung: Schreyahn, 2001 / Dauer: 6’
TME 0607
*Spiel-P.
Objets de désir (2005)
für Zheng und Ensemble
Zheng
Picc. Bkl. 2 Vla. Vc.
Uraufführung: Wien, 2005 / Dauer: 5’
TME 0767
*Spiel-P.
Ohne Titel (2000)
für Ensemble
Afl. Oktokbkl. Vl. Vc. Klav. Schlzg. Tonb.
Uraufführung: Brüssel, 2001 / Dauer: 36’
TME 0614
Partitur / Sti. / Tontr.
Palimpsest (1989-2003)
Konjektionen für Bassflöte
Bfl.
Uraufführung: Stuttgart, 2003 / Dauer: 25’
TME 0701
*Spiel-P.
Paravant (1997-98)
für Ensemble (2. Version)
1. Diplaklusis oder Nr. 23; 2. Das Wirtshaus oder Wölflichte
1. Diplaklusis oder Nr. 23: Mand. Git. Hf. Vla. Kb. Tonb.
2. Das Wirtshaus oder Wölflichte: Spr. Singende Säge. Windmaschine. Cem. Klav. Tonb. Video.
Uraufführung: Mönchengladbach, 2001 / Dauer: 11’
TME 0613
Partitur / Sti. / Tontr.
„Queneau und ich” (1996-97)
2. Streichtrio mit Tonband
auf dem Tonband: Walter Küng, Sprecher
Vl. Vla. Vc. Tonb.
Uraufführung: Zürich, 1997 / Dauer: 11’
TME 0612
*Spiel-P.
Sephiroth (2010)
für Horn, Violine, Violoncello und Klavier
Hr. Vl. Vc. Klav.
Uraufführung: Cedar Rapids, 22.4.2011 / Dauer:
TME 3118
Partitur / Sti.
Sonata mimetistica (1981)
für Barockinstrumente
Traversfl. Vl. Vla da gamba (od. Vc). Cem.
TME 0740
*Partitur
Sonate „Tympanon” (2004)
für Klavier und Violine
Vl. Klav.
Uraufführung: München, 2005 / Dauer: 10’
TME 0710
*Spiel-P.
Vanitas (2000-02)
für Orchester
0. 3. 4 (Bkl). 2. / 2. 3. 4. 1. / 3 Schlzg. Pk. / 10. 0. 4. 4. 4.
Uraufführung: Stuttgart, 2004 / Dauer: 18’
TME 0615
*Partitur / Sti.
Zeitung (2000)
für einen Schlagzeuger (aus „Ohne Titel”)
Schlzg.
Uraufführung: München, 2008 / Dauer: 12’
TME 0746
*Spiel-P.
Streichquartett Nr. 2 (1979/80)
Wie nie zuvor ist unsere Musik ihrer eigenen Geschichte konfrontiert. Noch die Notre-Dame-Schule des 12. Jahrhunderts ist so gegenwärtig wie die vertrautesten Zeitgenossen. Eine unbequeme und beschwerliche Situation, die die eigenen Arbeit am Früheren zu messen zwingt und der man sich nicht entziehen kann, es sei denn durch Ignoranz oder den Glauben an die "Erlösungsmythen" irrationalistischer Fluchtbewegungen. (Ob das Ziel dann "Indien" oder "neue Einfachheit" heißt, ist dabei eine Frage von sekundärer Bedeutung.) Solch feiges Ausweichen, das steht außer Frage, kann allenfalls der subjektiven Befindlichkeit aufhelfen, die Bereitschaft vorausgesetzt, sich über sich selbst und seine Arbeit (von den Betreffenden gern mit autohagiographischen Epitheta aus der Sphäre "Persönlichkeit und Werk" verbrämt) im Unklaren bleiben zu wollen: Man dünkt sich so originell in derartigem (Dämmer)Zustand, dieweil die Vergangenheit unbemerkt durch die Hintertür eintritt – die Mahler’sche Gleichung von Tradition und Schlamperei.
Sollte nun einer, wie ich das unvernünftigerweise tue, keinen Geschmack daran finden, sich also einem verdrängten oder halbreflektierten Historismus preisgeben, so ist es unausweichlich – und ich wähle ganz bewusst die antiquierte Floskel –, sich dem Erbe zu stellen. Freilich nicht, um es zu "erwerben" oder gar zu "besitzen" – und es alsdann "für zwei Groschen Courant" als Bestimmung der Musik zu verscheuern –, wohl aber, um wenigstens den Versuch zu machen, es in des Wortes dreifacher Bedeutung "aufzuheben". Darin liegt vielleicht, und das ist ganz gewiss eine utopische Perspektive, die Möglichkeit eines individuellen Weges, Geschichte zu bewältigen aus den eigenen, den der Geschichte und der Person eigenen, Konsequenzen heraus. Soweit in kurzen Zügen einige Gedankengänge, die eine Reihe meiner Arbeiten der letzten Jahre bestimmen. Dazu zählt auch das 2. Streichquartett – mit Einschränkung: Es ist ein ironisch-leichtgewobenes Stück, das unterm anachronistischen Deckmäntelchen eines Variationssatzes "sur le premier prélude" (des Wohltemperierten Klaviers I) über durchlaufende Bewegung fantasiert, nicht ohne Bezug auf die diskreditierte Tradition der "Meditation". (Debussy hatte schon recht: "Gounod ist mit allen seinen Schwächen notwendig.") Dass ich allerdings zu einem anderen Ergebnis gelange als Gounod, liegt nicht nur am unterschiedlichen "Hörwinkel", sondern nicht zuletzt an meiner romantischen Disposition: "Gebt lieber die nackten schwarzen Holz-äste als einen welken Umhang rauschenden Laubes vom vorigen Jahr." (Jean Paul, Vorschule der Ästhetik)
Klaus-K. Hübler
Hübler, Klaus K. (Auswahl)
Zum Verhältnis von Ästhetik und Ideologie bei Hans Pfitzner, in: Zeitschrift für Musikpädagogik 5/1978, S. 23 - 27
Orlando di Lassos „Prophetiae Sibyllarum”. Über chromatische Komposition im 16. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Musiktheorie 1/1978, S. 29 - 34, und 2/1978, S. 14
John Cage – Gedanke und Stil. Versuch einer kritischen Dokumentation, in: Musik und Bildung 7 - 8/1978, S. 470 - 477
In Sachen Pfitzner, in: Zeitschrift für Musikpädagogik 10/1980, S. 12 - 22
Zimmermann the Conservative. Anmerkungen zu seiner Viola-Sonate, in: Musik und Bildung 6/1981, S. 360 - 365
... als etwas seltenes, unter Schlössern verwahrt... Nachdrücklicher Hinweis auf Jan Dismas Zelenka, in: Zeitschrift für Musikpädagogik, 20/1982, S. 40 - 43
Schönberg und Händel. Über systembedingtes Unverständnis, in: Musik und Bildung 12/1982, S. 791 – 800
with piano accompaniment. Zur Funktion der Begleitung in: Schönbergs op. 47, in: Zeitschrift für Musikpädagogik 21/1983, S. 18 – 22
„Und doch bin ich Mensch geworden.” Karlheinz Stockhausen, oder der Komponist als „Gottessohn”, in: Gabriele Förg (Hg.), Unsere Wagner, Frankfurt/Main 1984, S. 85 - 123
„Musik” und „deutsches Schicksal”. Thomas Manns „Dr. Faustus” und seine problematische Paradigmatik, in: Musik und Bildung 11/1985, S. 769 - 776
Melodisch-contrapunktische Betrachtungen. Zur Bach-Deutung von Gounod und Moscheles, in: Zeitschrift für Musikpädagogik 32/1985, S. 33 – 39
Denk-Bilder, bewegt. Eine Annäherung an Brian Ferneyhough, in: MusikTexte 18/1987, S. 26 f, unter dem Titel: Images de la pensée, en mouvement.
Errungenschaften des Serialismus. Pierre Boulez und die zahmen Wilden der Neuen Musik, in: MusikTexte 23/1988
Die Kunst, ohne Einfälle zu komponieren. Dargestellt an Johannes Brahms’ späten Intermezzi, in: Musik-Konzepte 65, München