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G. Ricordi & Co. München
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Biografie | Werke | Werkbeschreibungen
*30.8.1966 Perth / Australien
Die international gefeierte Komponistin Liza Lim schreibt Musik, die durch körperliche Energie und pulsierende Farben gekennzeichnet ist. Die Erforschung der Thematik kultureller Grenzüberschreitungen und ekstatischer Transformationen zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Schaffen. Ihre Musik verbindet Aspekte modernistischer Abstraktion mit den Formen ritueller Kultur, die sich aus vielfältigen Quellen speisen. Sie benutzt für ihre musikalische Sprache Begriffspaare, die gegensätzlich erscheinen, z.B. „Strahlung und Schatten”, „Gewalt und Nachdenken”.
Ihre Musik, die sowohl Opern und Orchesterkompositionen wie auch ortsbezogene Installationen umfasst, wurde von einigen der weltbesten Ensembles aufgeführt. Sogar die Los Angeles Philharmonic beauftragten sie 2004 mit einer Orchesterkomposition, „Ecstatic Architecture”, anlässlich der Eröffnungssaison der von Frank Gehry entworfenen Walt Disney Concert Hall. Erst kürzlich erhielt sie bedeutende Kompositionsaufträge des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Ausgezeichnet wurde sie außerdem mit einer Förderung ihrer Oper „The Navigator” durch große australische Festivals. Die Oper wurde 2008 bei den Festivals in Brisbane und Melbourne uraufgeführt. 2009 folgten Aufführungen in Moskau und Paris.
Ihre nun schon über zwanzig Jahre andauernde enge Zusammenarbeit mit dem australischen ELISION Ensemble brachte einige der größeren Werke hervor, darunter ihre Kammeropern: das „Erinnerungstheater” „The Oresteia” (1991-93), eine „chinesische rituelle Straßenoper” mit dem Titel „Moon Spirit Feasting” (1997-99) und „The Navigator” (2007). 2005/2006 war sie composer-in-residence beim Sydney Symphony Orchestra. Eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit unterhielt sie außerdem mit dem Ensemble Intercontemporain (Auftragswerke in den Jahren 1992, 1999, 2000 und 2005), dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (2006, 2008, 2010) und dem ensemble für neue musik Zürich.
Sie feierte Erfolge bei MaerzMusik dem Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele 2008, bei der Biennale di Venezia 2007, beim Festival d’Automne 2005 in Paris – hier erhielt sie drei Aufträge für Neukompositionen – und mit Uraufführungen bei den Salzburger Festspielen und beim Festival Lucerne. Lims Werke wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der berühmteste Kompositionspreis Australiens, der Paul Lowin Award für Orchesterkompositionen, den Kompositionspreisen der Fromm Foundation, der Ian Potter Foundation und des Australia Council Fellowships, sowie ein Artist-in-residence Stipendium des DAAD, um 2007 in Berlin zu leben und zu arbeiten.
In Zusammenarbeit mit dem Künstler Domenico De Clario hat Lim eine Reihe von ortsbezogenen Installationen geschaffen, die durch Fotographien und Aufnahmen im Buch/CD „The Intertwining – The Chasm” (vom Institute of Modern Art in Brisbane herausgegeben) dokumentiert sind. Jedes dieser Projekte erforscht Zustände der Meditation, die Zeitspannen einer Nacht bis zu einer Woche umfassen. 1999 arbeitete sie mit der Künstlerin Judith Wright an „Sonorous Bodies”, einer Video Installation für die Queensland Art Gallery, die 2001 im Hebbel Theater Berlin gezeigt wurde. 2005 arbeitete sie mit der Künstlerin Judy Watson an „Glass House Mountains” für das Queensland Music Festival: Lim und Watson studierten dafür die Geschichte, die sowohl die Eingeborenen als auch die Europäer mit diesem ikonischen Naturdenkmal Australiens verband.
„TON”, eine „Szene für Publikum, Mobiles und Musiker”, entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Volker Maerz, der Regisseurin Sabrina Hoelzer und Solisten des ELISION Ensembles und wurde 2008 beim Festival MaerzMusik in Berlin uraufgeführt.
Lim wurde an der University of Queensland der Doktor der Philosophie verliehen, ihren Master of Music absolvierte sie an der Melbourne University und ihren Bachelor of Arts am Victorian College of the Arts. Sie studierte Komposition bei Richard David Hames, Riccardo Formosa und Ton de Leeuw. Sie war Gastdozentin in Darmstadt, an der University of California San Diego & Berkeley, der Cornell University, des Getty Research Institute, an den großen australischen Universitäten und beim IRCAM-Festival Agora Paris. 1991 war sie Dozentin für Komposition an der Melbourne University, 2006 Gastkuratorin der Konzertreihe ”As Night Softly Falls” im Rahmen des Adelaide Festival of the Arts.
Aufnahmen ihrer Werke wurden bei HatArt, ABC-Classics, Dischi Ricordi; NEOS Music und Vox Australis veröffentlicht.
Liza Lim ist Professorin für Komposition und Leiterin des CeReNeM (Centre for Research in New Music) an der University of Huddersfield, UK.
Website: http://lizalimcomposer.wordpress.com