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G. Ricordi & Co. München
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Mit "Le Prophète" greifen Scribe und Meyerbeer – wie schon in "Les Huguenots" – erneut zu einem religionsgeschichtlichen Stoff: der Wiedertäuferbewegung des 16. Jahrhunderts. Der von Sektierern und Eiferern entfachte Konflikt bietet dem Dramatiker die Möglichkeit für Massenszenen und groß angelegte Chöre. Die Personen der Handlung geben Anlass zu zeitkritischen Parallelen: heuchlerische Verführer, der falsche Prophet, die zügellosen Gesellen, die man die Sozialisten des 16. Jahrhunderts nennt, reaktionäre Fürsten, feile Spitzel und das entmündigte Volk. Neue Wege beschreitet Meyerbeer in der Instrumentation: So intonieren im V. Akt dreifach geteilte Kontrabässe dissonante Akkorde, die wie ein drohendes, diffuses Geräusch wirken. Ein formales Großkonzept verzahnt heterogene Strukturen und schafft abseits von tradierter Nummernfolge ausladende Spannungsbögen. Höhepunkt der Tableaukomposition ist die Domszene im IV. Akt: Mittels einer multiperspektivischen musikalischen Montage gelingt Meyerbeer eine einzigartige Durchdringung von spectacle und drame.
Im Rahmen der Giacomo-Meyerbeer-Werkausgabe liegen nun Partitur (4 Bände und kritischer Bericht) und Klavierauszug vor. Die kritische Ausgabe basiert auf dem Autograph und dem Erstdruck sowie autographen Materialien (Kraków und Paris). Hinzu kommen Fragmente und Werkteile, die in der Bibliothèque de l'Opéra Paris aufgefunden wurden und hier erstmals veröffentlicht werden.
Herausgegeben von Matthias Brzoska. Unter Mitarbeit von Andreas Jacob und Fabien Guilloux
Komplett (Partitur, Supplement, krit. Bericht, Klavierauszug; 7 Bde.)
Sy. 5602-kpl
2.936,00,00 € (inkl. MwSt.)
Subskriptionspreis: 2.496,00 €
Partitur (inkl. Supplement und krit. Bericht; 5 Bde.)
Sy. 5602/01
2.325,00 € (inkl. MwSt.)
Subskriptionspreis: 1.976,00 €
Klavierauszug
Sy. 5602/03
612,00 € (inkl. MwSt.)
Subskriptionspreis: 520,00 €
Kritischer Bericht
Sy. 5602-KB
141,00 € (inkl. MwSt.)
Die Subskription der Meyerbeer-Werkausgabe ist noch möglich. Details dazu hier…
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Text: Eugène Scribe und Emile Deschamps
Uraufführung: 16.4.1849, Paris, Opéra
Jean de Leyde (T)
Zacharie (B)
Jonas (T)
Mathisen (B)
Graf von Oberthal (B)
2 Bauern (T, B)
ein Soldat (T)
4 Bürger (2 T, 2 B)
Fidès (Mez oder A)
Berthe (S)
2 Chorknaben (Knaben S, A)
2 Bäuerinnen (S, Mez)
4 Wiedertäufer (T, 3 B)
2 Offiziere (T, B)
Ballett / Chor / Statisterie
Picc, 2 Fl, 2 Ob, E.H., 2 Klar, B.Klar, 4 Fag, 4 Hr, 2 PumpventilHr, 4 Trp (2. auch PumpventilTrp), 3 Pos, Ophikleide, 4 Pkn, Schl (gr. Tr, Bck, Trg, Tamtam, MilitärTr), 4 Hrf, Streicher
BühnenM hinter d. Szene: Klar, 4 Trp, 4 MilitärTr, Org (4händig); auf d. Szene: 2 kl. Kornette in Es, 4 Altkornette in Es, 2 DrehventilHr oder PumpventilHr, 2 DrehventilTrp oder Trp, 4 TenorHr oder DrehventilHr oder PumpventilHr, 2 BarytonHr oder Pos, 4 Baßtuba oder Ophikleiden, 2 Kontrabasstuba oder Bombardons, 4 MilitärTr, Glöckchen in A, Klangstein, Klapper
In den Niederlanden und in Münster, 1534-1535
I. Akt: Ländliche Gegend in der Nähe von Dordrecht
II. Akt: Jeans Schenke in einer Vorstadt von Leyden
III. Akt: Lager der Wiedertäufer vor Münster / Zacharies Zelt / Lager der Wiedertäufer
IV. Akt: Marktplatz in Münster / Dom von Münster
V. Akt: Unterirdische Gewölbe im Stadtpalast von Münster / Saal im Stadtpalast
Mit der Wiedertäuferbewegung des 16. Jahrhunderts entscheiden sich Scribe und Meyerbeer erneut für einen religionsgeschichtlichen Stoff: einen Konflikt, der von Sektierern und Eiferern entfacht wird und der dem Dramatiker die Möglichkeit für Massenszenen und groß angelegte Chöre bietet. Die Personen der Handlung geben Anlaß zu zeitkritischen Parallelen: heuchlerische Verführer, der falsche Prophet, die zügellosen Gesellen, die man die Sozialisten des 16. Jahrhunderts nennt, reaktionäre Fürsten, feile Spitzel und das entmündigte Volk. Neue Wege beschreitet Meyerbeer auch hier in der Instrumentation: So intonieren im V. Akt dreifach geteilte Kontrabässe dissonante Akkorde, die wie ein drohendes, diffuses Geräusch wirken. Ein formales Großkonzept verzahnt heterogene Strukturen und schafft abseits von tradierter Nummernfolge ausladende Spannungsbögen. Höhepunkt der Tableaukomposition ist die Domszene im IV. Akt: In einem groß dimensionierten Bühnen- und Klangraum wird vermittels einer multiperspektivischen musikalischen Montagetechnik eine unerreichte Durchdringung von spectacle und drame theatralisch konkretisiert.
Die kritische Ausgabe basiert auf dem Autograph und dem Erstdruck sowie autographen Materialien (Kraków und Paris). Hinzu kommen Fragmente und Werkteile, die in der Bibliothèque de l'Opéra Paris aufgefunden wurden und hier erstmals veröffentlicht werden.